Himel, Ärdä, Luft und miär


Was bedeutet es, irgendwo aufzuwachsen? Dieser Himmel, dem wir entgegenwachsen – ist das für Alle derselbe? In Obwalden berühren die Wolken den Boden jedenfalls nie, weil immer irgendwo Berge sind. Das Leben ist vertikal, hier besonders. Sogar Engel-berg (ein Stück Obwalden, ausserhalb davon) ist umgeben von Hörnern und Jochen. Deren Spitzen sind weder erhabener, noch höher als die der dahinter wartenden Welt. Und ihre Konturen gleichen keiner ausgefuchsten Wahrheit, sonder eher einer zittrigen Handschrift. Von Verlusten könnte man daraus nicht erzählen, ohne über beachtliche Zufälle zu stolpern. Vielleicht stimmt, was Kari uns einmal im Huwel erzählt hat. Wer diesen Raum verstehen wolle, müsse nur sehen, was sich der Himmel hier in der Mitte gelassen hat: ein Meer, kein Miär. Jemand fand einmal, hier sei “ein Ort, der gleichzeitig in der Mitte und am Rand steht” (Leuenberger, Moritz, Älggi ist überall, 1998, S. 5). Womit jeder Erdenfleck beschrieben wäre. Oder berühren die Wolken den Boden denn irgendwo?

Der Satz Himel, Ärdä, Luft und miär drückt Erstaunen aus, wird allerdings nur noch selten verwendet.